​Kirmes im Kopf

Zondag 16 mei 2021
Versuch mal auf einer vollen Kirmes, Crange zum Beispiel, EINE bestimmte Person zu entdecken. Okay, okay, Kirmes ist während einer Pandemie vielleicht kein glorreiches Beispiel, aber wir erinnern uns doch alle, oder? Ich helfe gern nach:

Wo man auch hinschaut: Köpfe, Köpfe, Köpfe. Wenn man Pech hat und nicht soooo gross ist, so wie ich, dann auch Rücken, Rücken, Rücken. Die Nase füllt sich mit einem Duft-Potpourri aus fetten Reibekuchen durchzogen von geschmolzenem Zucker und einem Hauch von Klostein.
Das hysterische Kreischen der Menschen im Loop der Achterbahn schallt ungebremst in deine Ohren, begleitet von Kirmespopmusik und der dröhnenden Stimme, die kräftig 'Steigen Sie ein! Festhalten' hallt.

Blitzende, bunte Lichter vergrößern deine Pupillen, stroboskopisch, ja gar hypnotisch ziehen sie dich an wie das Licht die Mücken.

Unbemerkt, man könnte sagen, grotesk leise nimmst du alles in dir auf bis sie ein Teil von dir wird. Die Kirmes. Und dann wirst du müde. Eins noch! Eins geht noch. Auf dem Weg nach Hause dröhnt der Kopf. Die Musik und alle Gerüche sind außer Reichweite und doch hörst und riechst du sie noch. Du nimmst die mit nach Hause. Kirmes im Kopf.

Kennst du das? Wie wird es wieder ruhig in deinem Kopf?