​Vom Umgang mit Schmerz

Vrijdag 03 mei 2019

Jeder hat schon mal akuten Schmerz gehabt. Mir fallen da direkt Zahnschmerzen ein, Kopfschmerzen, den großen Zeh gestoßen an irgend einer Ecke vom Schrank. Was wir alle aus Erfahrung wissen ist, Schmerz kommt und Schmerz geht auch wieder. Gute Aussichten also!
Aber was machen wir in dem akuten Moment des Schmerzes? Die Erkenntnis, dass der Schmerz wieder abklingt hilft in dem Moment wirklich überhaupt nicht. Direkt zu Schmerzmitteln greifen ist eigentlich zu viel des Guten. Häufig geht unsere ganze Aufmerksamkeit zu dem Schmerz hin. Und wie die meisten von uns wissen: All dem was wir Aufmerksamkeit geben wird größer, nimmt mehr Raum ein. Negieren ist auch kein Weg, denn Schmerz hat eine wichtige Funktion.
 

Aber was dann ?

Ich will euch erzählen, was eine Möglichkeit ist, mit akutem Schmerz umzugehen.
Gestern hatte ich einen Termin beim Physiotherapeuten. Ich bekomme Stoßwellen-Therapie an meinem linken Fuß, weil ich eine Entzündung der Sehnenplatte habe. Die Entzündung schmerzt, aber die Behandlung ist auch kein Spaß, kann ich euch sagen. Nach der ersten Behandlung habe ich mir überlegt, wie ich die zweite Behandlung besser durchstehe, leichter. Die Behandlung ist recht … wir halten es mal bei ‚unangenehm‘.
Bei meinen Überlegungen fiel mir ein Freund ein, der mal dabei war, als ich mir heftig den Kopf gestoßen hatte. Meine Gesicht war schmerzverzerrt und ich hab laut geschrien! Schmerz rausschreien ist schon mal gut, bei der Physiotherapie aber eher keine gute Wahl des Mittels.
Zurück zu dem Freund: Er hielt spontan meinen Kopf fest, schaute auf die wachsende Beule, pustete die Beule an, wies mit den Finger in die Ferne, mein Blick folgte und er sagte: „Schau! Da fliegt der Schmerz.“ Ich beruhigte mich. Beule wurde gekühlt, alles gut.


Was war passiert?


Durch den Schreck und plötzlichen Schmerz des Stoßes, ging meine komplette Aufmerksamkeit zu meinem Schmerz. Ganz nah, bei mir, zu meinem Kopf. Das hat Mutter Natur gut eingerichtet, denn Schmerz bedeutet: Tu was! Sorge! Schütze! Schone!
Ich war nicht in Gefahr, hatte keine große Verletzung. Es war also nicht mehr nötig so viel Au zu haben. Der Freund nahm physisch Kontakt auf (Kopf festhalten, Pusten) und schickte meine Schmerzaufmerksamkeit wie weg (in die Ferne zeigen, Schmerz fliegt weg).
Mein Fokus hatte sich verändert!


Wie hilft mir das bei der Stoßwellen-Therapie?

Ich kann gegen den Schmerz an sich nichts tun. Der ist da. Was ich aber sehr wohl tun kann ist die Wertigkeit an den Schmerz mildern durch.
Während der 2., stärkeren Behandlung habe ich visualisiert, dass ich an einem Strand spaziere. Strand, Meer, Sonne bedeuten für mich Entspannung. Das ist eine klare Koppelung. Das kann natürlich für jeden etwas anderes sein. Ich stellte mir vor wie ich über den warmen Sand laufe, meine Füße versinken ein bisschen im aufgewärmten Sand, den ich zwischen meinen Zehen fühle, die Sonne wärm mein Gesicht. Mein Blick ist in die Ferne auf den Horizont gerichtet.

Während der Behandlung

Bei der 1. Behandlung stockte mein Atem. Nun, während der 2. Atmete ich tief und entspannt. Mit jedem Schmerz, der während der Behandlung aufkam, blieb ich atmen, fühlte Sand und Wärme, nahm den Schmerz wahr und schickte ihn zum Horizont. Weit weg.
Nach Ablauf der Behandlung sagte der Physio, dass ihm auffiel, dass ich trotz stärkerer Behandlung entspannter war. Und das hat er genau richtig wahrgenommen.
Auf dem Weg nach Hause hatte ich schon vergessen, dass es weh tat. Und war stolz auf mich.

Unsere Gedanken sind stark

Schmerz, Freude, Angst, Begeisterung … wir haben viel mehr Einfluss darauf wie wir etwas wahrnehmen als wir wissen.

Glaube nicht alles was du denkst, denke was du glauben möchtest.
 

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