​ Sich selbst im Wege stehen

Donderdag 09 mei 2019
Jeder Mensch hat eine Geschichte, eine Biografie. Im Laufe der Zeit, besonders in der Kindheit, haben wir gute und schlechte Dinge erlebt, Erlebnisse, die uns geprägt haben. Aus diesen Erfahrungen ziehen wir auf einer zutiefst unbewussten Ebene Schlussfolgerungen. Diese Schlussfolgerungen werden auch Glaubenssätze und Überzeugungen genannt.
Frag dich in einer willkürlichen Situationen mal selbst
  • Wovon gehe ich hier eigentlich aus?
  • Was setze ich voraus?
  • Was unterstelle ich in dieser Situation oder dieser Person?
Die Antwort führt dich zu deinen unbewussten Glaubenssätzen.
Sichtbare Glaubenssätze äußern sich in ‚Schubladendenken‘ und Vorurteilen. Die meisten sind jedoch viel subtiler, viel verborgener und unbewusst.


Glaubenssätze bestimmen unser Handeln


Diese früh entwickelten Glaubenssätze bestimmen unseren weiteren Lebensweg. Das ist kein Schicksal und auch keine Magie. Unser Erlebtes und die sich daraus entwickelten Glaubenssätze (Überzeugungen, Schubladen …) formen "unsere Wahrheit", unser subjektives Bild von der Wirklichkeit.


Früher hilfreich, heue hinderlich

 


Diese unbewussten Glaubenssätze haben zum Zeitpunkt der Entstehung eine wichtige Funktion!
In der damaligen Umgebung, so wie du sie als Kind wahrgenommen hast, schützte sie dich vor Schlimmerem, half dir zu überleben, verhinderte mehr oder tieferen Schmerz zu empfinden, sorgte dafür, dass du etwas Schönes erreichen oder etwas Schlechtes verhindern konntest.

Sehr nützlich und wichtig also!

Ein Glaubenssatz kann auch später als Erwachsener sehr nützlich sein. Denn Glaubenssätze können natürlich auch konstruktive, positive Überzeugungen sein.
Ein warmes, liebevolles Elternhaus bietet fantastischen Nährboden für positive Überzeugungen! Wenn du in einer sicheren Umgebung mit liebevollen Eltern Ermutigung und respektvollen Umgang erlebt hast, kann dein Glaubenssatz z.B. sein: „Es gibt kein Versagen, wenn etwas nicht gelingt, lerne ich daraus!“ In deiner Wahrnehmung der Wirklichkeit ist alles eine Möglichkeit dazu zu lernen! Fantastisch! Mit dieser Überzeugung wirst du alles so oft versuchen, bis dein Ziel erreicht ist! Du wirst immerzu lernen und dich entwickeln. Und das fühlt sich auf jeden Fall sehr gut und sehr stark an! Dein Selbstbild ist positiv! Klasse!

War deine Lebenssituation als Kind nicht sicher, wenig liebevoll oder hast du erlebt, dass Erwachsene deine kindlichen Grenzen überschritten haben, sieht das anders aus.
Die angenommenen Glaubenssätze können dir heute als Erwachsene das Leben schwer machen.

Du stehst dir quasi selbst im Wege.

Sich als Kind abgewiesen fühlen, Akzeptanz nur über Leistung bekommst, immer wieder gesagt bekommst, dass ein Kind nur gut ist, wenn es aufräumt, sich anpasst, geliebt werden abhängig ist von brav sein, nicht stören, nicht heulen, Bedürfnisse strukturell ignoriert werden … dann lebst du heute womöglich immer noch in der Überzeugung:
  • Ich bin wertlos. Ich zähle nicht.
  • Ich kann nichts.
  • Ich bin en Loser.
  • Es klappt sowieso nicht.
  • Ich gehör nicht dazu.
  • Ich bin nicht gut genug. Ich bin zu viel. Ich bin zu wenig.
Leise und unbemerkt drückt sich deine Überzeugung in Freundschaft, Beziehung, Selbstliebe und auch beruflich aus.


Was du von dir selbst denkst, wirst du sein.


Das Paradoxe ist, dass du wahrscheinlich Perfektionist geworden bist. Damit meine ich nicht der oder die Beste in was auch immer. Einfach perfektionistisch! Nichts was du tust und erlebst ist wirklich gut genug. Die Überzeugung "nie gut genug" oder "ich bin nicht gut genug", die sich hier zeigt, hat dich einst vor mehr Schmerz bewahrt.
Du fragst dich „Wie jetzt?“  - Versteh ich. Erklär ich:
Du machst wahrscheinlich fantastische Dinge, bist ein toller Mensch, vielleicht hast du Freunde und Familie, die dich lieben! Du tust alles für sie, geliebt zu werden. Du tust alles für Anerkennung im Beruf. Der Glaube, ich bin nicht gut genug, behütet dich vor Kritik und Abweisung. Wenn dir Kritik oder Abweisung widerfährt, kannst du dich daran festhalten, dass du es ja schon ‚gewusst‘ hattest, dass du nicht gut genug bist. Du fühlst den Schmerz heute nicht, den du als Kind nicht ertragen hättest. Was dich als Kind vor unerträglichem Schmerz schützte, steht dir heute im Weg zu fühlen. Heute bist du erwachsen und kannst es!
Der Preis dafür ist hoch! Du empfindest gedimmt, nimmst das Leben gedimmt war, tust nicht was du wirklich tun willst, drückst Empfindungen kau oder nicht aus.


Glaubenssätze kannst du ändern!


Als Kind begannst du ganz von selbst zu krabben und einige Zeit später zu stehen und zu laufen. Ich denke, wir sind hier einer Meinung, dass Laufen im allgemeinen die effektivste Art der Fortbewegung ist, um von A nach B zu gelangen. Du könntest immer noch krabbeln, wenn du wolltest, aber du tust es nicht mehr. Das motorische Krabbeln war jedoch eine wichtige Phase, um Laufen zu erlernen.
Ebenso war die Überzeugung einmal sehr bedeutsam und (lebens)wichtig. Aber heute eben nicht mehr. So, wie du das Krabbeln hinter dir gelassen hast, kannst du auch die hinderlichen Denk- und Glaubensmuster hinter dir lassen. Das allein zu tun ist schwierig.  

Wenn du bereit bist, deine Überzeugungen zu entdecken und los zu lassen, bin ich dabei! Ich helfe dir dabei dich selbst neu zu entdecken und ein positives Selbstbild zu entwickeln! 

Herzliche Grüße

Moni!