Hierarchie or not to be

Vrijdag 10 februari 2017
Was ist gleich und was ist anders in den deutschen und niederländischen Arbeitswelten?
Man könnte subkonkret behaupten: Alles und absolut nichts.
 
Seit über 10 Jahren verfolge ich vor allem in den niederländischen Medien wie deutsche Unternehmen ticken. Sehr interessant, informativ. In den aller meisten Berichten lese ich immer nur eine Wahrheit. Es gibt so viele Wahrheiten wie es Menschen gibt. 2015 wurden in Deutschland rund 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland gezählt. Das umfasst ganz schön viele Menschen. Ist es möglich, dass diese allesamt in gleicher Art und Weise funktionieren? 3,6 Millionen Unternehmen in den konsequent ge-siezt wird, der Chef oder die Chefin von oben nach unten dirigiert und alleinig herrscht, in Besprechungen abgehakte Themen auf keinen Fall noch einmal angesprochen werden dürfen, am Kaffeeautomaten garantiert nichts besprochen wird, Ideen von ‚unten’ nicht geschätzt werden, pünktlich anfangen und enden nicht zu vergessen usw; Sollte es wirklich wahr sein? Werbebranche, Hochbau, Tiefbau, Gesundheitsbranche, junges Management, Senioren, sollten sie alle gleich sein?
Wie läuft denn das bei Ihnen, lieber Unternehmer in Deutschland? Schätzen wir hier in den Niederlanden die Situation gut ein?
 
Um das ganze etwas übersichtlicher zu gestalten bilden wir Menschen Schubladen. Das ist noch nicht so-ho schlimm, kann sogar sehr hilfreich sein, so lange die Schubladen nicht für immer geschlossen werden.
Nehmen wir nun einmal an, diese Schublade sei ein Koffer. Nehmen wir nun weiterhin an, Sie fliegen am allerliebsten nach Spanien in den Urlaub. Wir packen unseren Spanien-Urlaubskoffer und nehmen mit… Badezeug, Handtuch, Sonnencreme, T-Shirts und andere Sommersachen. Würden Sie deswegen sagen, in allen Urlaubsländern sind Sie mit diesem Koffer gut ausgestattet? Wahrscheinlich eher nicht. Landet der Urlaubsjet in verschneiten Bergen statt sommerlicher Strandnähe wird das eine Urlaub mit völlig neuen Erfahrungen. Folgen Sie mir noch?
Kehren wir aus den Bergen zurück in die Unternehmenswelt. In so manch einer niederländischen Aktentasche sind nun die Ideen, dass Mitarbeiter besser still ihre Arbeit verrichten, nicht widersprechen und konsequent ‚Sie‘ sage. Okay, in dem ‚Sie‘ kann ich mich  noch finden, bis zu dem Zeitpunkt an dem einer dem anderen das ‚Du‘ anbietet. Das gebietet die Form der Höflichkeit noch immer. Immer?
Immer, dauernd und ewig gibt es nicht, hat Oma schon gesagt.
Lassen wir es uns noch einmal auf der Zunge zergehen …. Dreikommasechsmillionen Unternehmen…. Wie könnten die alle gleich strukturiert sein? Meine These ist, es gibt so viele Unternehmenskulturen wie es Urlaubsorte gibt. Nachzählen überlasse ich den Statistikern.
Hallo deutsche Unternehmer! Wie läuft denn das bei Ihnen eigentlich?